Kerzen dreheh

Kerzen drehen, der ultimative DIY Trend: So geht’s

Kerzen drehen liegt gerade voll im DIY Trend. Das möchten wir gerne zum Anlass nehmen und Dir mehr über gedrehte Kerzen verraten. Kerzen selber zu machen ist nicht nur ein wunderschönes Hobby, es garantiert Dir auch die besten Zutaten, da Du diese selbst auswählen und bei zuverlässigen Händlern kaufen kannst. 

Anfangen möchten wir jedoch gerne mit einer Einführung in die verschiedenen Materialien, aus denen Kerzen gefertigt werden.

Der Stoff aus dem die Kerzen sind

Damit eine Kerze brennen kann, ist ein organisches Material vonnöten, denn die Verbrennung erfolgt aufgrund von Kohlenwasserstoffen, wie sie eben in organischen Stoffen vorkommen. Kerzen werden in aller Regel aus diesen Materialien hergestellt:

Bienenwachs

Die sicherlich natürlichste und umweltfreundlichste Form von Wachs. Die Arbeiterinnen scheiden das Wachs durch eine spezielle Drüse aus und bauen damit Ihre Nester (Waben). Erst die Lagerung von Pollen und Honig geben dem Bio-Bienenwachs seinen typischen Geruch. Bio-Bienenwachs sichert Dir die beste Qualität und Reinheit und gibt Dir zudem das gute Gefühl einer wesensgerechten Tierhaltung. Hierzu findest Du in unserem Blog-Beitrag “Was Du über Bienenwachs wissen solltest” & “Bio-Bienen – Gibt’s das überhaupt?” noch mehr Informationen.

Sojawachs

Auch vollkommen natürlich sind Sojakerzen. Sie kommen ohne Zusatzstoffe, karzinogene Stoffe oder stark ruß-bildende Partikel aus. In der Regel brennen Sojakerzen sogar deutlich länger als Kerzen aus Paraffin. Sojakerzen werden aus dem Öl von Sojabohnen hergestellt und sind gerade für Veganer eine hervorragende Alternative. 

In der Ökobilanz liegen Sojakerzen nicht ganz so gut, da das Sojaöl insbesondere aus den USA importiert werden muss. Eine mögliche Alternative sind Kerzen aus Rapsöl, das aus heimischen Pflanzen hergestellt wird. Rapskerzen sind jedoch noch eine Ausnahme und sehr selten zu finden. 

Paraffin

Rund 75% aller in Deutschland verkauften Kerzen sind aus Paraffin, was höchst bedauerlich ist, da Paraffin aus Erdöl hergestellt wird und daher kein nachhaltiges Produkt ist. Genauer gesagt ist Paraffin ein Abfallprodukt bei der Produktion von Schmieröl. Wissenschaftliche Studien konnten belegen, dass Paraffinkerzen schädliche Stoffe absondern, die teilweise sogar sehr bedenklich sind. 

Stearin

Stearin wird sowohl aus pflanzlichen, als auch aus tierischen Fetten hergestellt. Sie sind hochwertiger und schwerer als Paraffinkerzen – aber auch wesentlich teuer. Stearin verformt sich erst bei höheren Temperaturen im Vergleich zu Paraffin, was die Kerzen formstabiler macht. 

Palmöl

Palmöl ist ein höchst umstrittener Rohstoff. Auf den ersten Blick ist es ein nachwachsender Rohstoff, der natürlich und vegan ist. Auf den zweiten Blick jedoch werden für das “grüne Erdöl” riesige Flächen gerodet und der Transport aus Malaysia und Indonesien bleibt nicht ohne Folgen für die Umwelt. 

Wusstest Du schon: Jeder EU-Bürger verbrauchte im Jahr 2018 rund 1,44 kg Kerzen. (Quelle: European Candle Association


Kerzen drehen ist nicht gleich Kerzen drehen

Unter dem Begriff “Kerzen drehen” verbergen sich im Prinzip zwei verschiedene Techniken. Wir werden auf beide im Laufe unseres Beitrags eingehen und Dir zeigen, wie Du gedrehte Kerzen ganz einfach selber machen kannst. Beide Techniken sind grob unterschiedlich und nutzen verschiedene Arten von Kerzen. 

Gedrehte Kerzen 1: Mehr zwirbeln, als drehen

Bei dieser Technik nimmst Du eine schmale, längere Kerze und erwärmst sie in warmem Wasser. Anschließend drückst Du den mittleren Teil, z.B. mit einem Nudelholz, etwas flach. Nun hältst Du die Kerze an den beiden Enden mit den Händen fest und drehst (zwirbelst) die Kerze so, dass es hübsch aussieht. Anschließend legst Du die Kerze wieder in das Wasserbad und lässt sie dort langsam erkalten. Schon hast Du Deine erste eigene Kerze gemacht. Das ist wirklich sehr sehr einfach und dennoch individuell. 

Variante A: Zwei Kerzen miteinander verdrehen

Du kannst auch zwei Kerzen ineinander verdrehen. Gehe dafür zunächst genauso vor, wie bei den gezwirbelten Kerzen und erwärme die beiden Kerzen in einem Wasserbad. Anstatt die Kerze nun platt zu drücken, legst Du die beiden Kerzen nebeneinander in Deine Hände und verdrehst Sie so stark, dass Sie förmlich ineinanderfließen – wie zwei Verliebte. Du kannst auch zwei unterschiedlich farbige Kerzen nehmen, das ergibt interessante Farbspiele. 

Variante B: Kerze flechten

Auch hier erwärmst Du die Kerze zunächst in einem Wasserbad. Nachdem die Kerzen weich genug geworden sind, legst Du die Kerze auf ein altes Küchentuch und machst mit einem scharfen Cuttermesser zwei längliche Schnitte. Achte dabei darauf, dass am unteren Ende rund 5 cm der Kerze stehen bleibt. Achte außerdem darauf, den Docht in der Mitte nicht durchzuschneiden. 

Nun legst Du die Kerze noch einmal in das Wasserbad und wartest, bis sie wieder schön weich geworden ist. Flechte nun die drei Enden der Kerze wie bei einem Zopf zusammen. Das kannst Du am besten gleich im Wasserbad machen. Die Enden verbindest Du zum Schluss mit dem mittleren Strang und drückst sie gut fest. Nimm die Kerze heraus und lasse sie trocknen. 

Gedrehte Kerzen 2: Kerze aus Bienenwachs drehen

Hierbei werden Bienenwachsplatten aufgerollt und mittig mit einem Docht versehen. Auf diese Weise entstehen auf einfache Art besonders hochwertige und natürliche Kerzen. Bei der Rolltechnik kann man ein wenig kreativ sein und auch einmal diagonales oder ungleichmäßiges Rollen ausprobieren. Ggf. muss man dann das untere Ende mit einem scharfen Messer begradigen. 

Wachsreste nicht wegschmeißen
Die Reste, die beim Kerzendrehen anfallen, aber auch Stumpen von abgebrannten Kerzen, solltest Du immer aufheben. Aus ihnen kannst Du wieder neue Kerzen herstellen – in dem Fall gießen. Wie Du aromatische Duftkerzen selbst herstellen kannst, zeigen wir Dir im weiteren Verlauf dieses Beitrages.


Kerzen selber herstellen

Im Grunde kannst Du Kerzen auf zwei Arten selbst herstellen. Du kannst sie entweder gießen oder aber ganz traditionell ziehen. Beim Gießen nimmst Du am besten ein Glas- oder Keramikgefäß. In der Mitte fixierst Du einen Docht, den Du zum Beispiel mit einem Holzspießchen, das Du quer über den Glasrand gelegt hast, befestigst. Nun schmilzt Du Bienenwachs (oder die oben genannten Wachsreste im Wasserbad) und gießt das flüssige Wachs in das Gefäß. Nur noch abkühlen lassen – fertig!  Kleine Stückchen einer Zimtstange oder getrocknete Blüten geben den Kerzen einen hübschen Abschluss. 

Kerzen ziehen

Die älteste und traditionellste Methode, um eine längliche, hohe Kerze herzustellen, ist das Ziehen. Dies erfordert jedoch ein wenig Übung und vor allem Zeit. In einem größeren, tiefen Behälter bringst Du Wachs zum Schmelzen. 

An einem Stock befestigst Du nun zwei bis sechs gleich lange Dochte – je nachdem wie breit der Behälter mit dem Wachs ist. Hilfreich ist es, wenn Du das Ende der Dochte mit einem Stein beschwerst. Nun tauchst Du die Dochte so weit wie gewünscht in das flüssige Wachs ein und ziehst sie langsam wieder heraus. 

Ein wenig Wachs hat sich dabei um die Dochte gelegt. Wenn dieser getrocknet ist, wiederholst Du den Vorgang, bis die gewünschte Kerzendicke erreicht ist. Das untere Ende schneidest Du gerade ab. Oben trennst Du den Docht von dem Stock. Deine selbstgemachten, gezogenen Kerzen sind das perfekte Geschenk für Deine Familie oder Freunde. 


Duftkerzen selber machen

Auch Duftkerzen kannst Du sehr einfach selber machen. Folge dazu unseren Hinweisen zum Selbermachen von Kerzen und gibt dem flüssigen Wachs einfach Dein bevorzugtes, natürliches essentielles Öl hinzu. Besonders eignet sich Vanilleöl, Zimtöl oder auch Rosen- bzw. Zitronenöl. 

Wir wünschen Dir viel Freude beim Kerzen drehen. Wenn Du Deine selbstgemachten Kerzen als Geschenk an Freunde geben willst, könntest Du sie zum Beispiel anstatt in Geschenkpapier in unsere Bienenwachstücher einwickeln – hierbei möchten wir Dir unsere Sondereditionen besonders ans Herz legen. Auf diese Weise bekommt der Beschenkte nicht nur eine von Dir selber gemachte Kerze, sondern auch noch eine wiederverwendbare Verpackung für Brote und Co.