Abnehmen mit der Bratkartoffeldiät?
Was Du über Greenwashing wissen solltest!

Im Supermarkt herrscht heile Welt: Kühe, die auf grünen Weiden grasen, schauen uns von den Milchpackungen an, glückliche Hühner flattern uns von den Eierpackungen entgegen. Alles ist irgendwie „nachhaltig“, „regional“ und „frei von…“ – oder zumindest in „Altplastik“ verpackt.

Es fühlt sich gut an, verantwortungsvoll und umweltbewusst einzukaufen. Doch setzen wir uns kritisch mit dem auseinander, was da in unserem Einkaufswagen landet, stellen wir fest, dass der „grüne“ Schein täuscht, dass wir Schlagworten wie „Bio“, „regional“ oder „nachhaltig“ blind vertrauen. Und ein Siegel auf einem Produkt ist immer besser als keins, oder?

Es ist kein Zufall, dass viele Produkte so wirken, als könnten sie mit gutem Gewissen konsumiert werden.
Dahinter steckt die Marketing-Strategie des Greenwashings.

Warum betreiben Unternehmen Greenwashing? 

Ganz simpel: sie wollen einen höheren Umsatz erzielen. Der ökologische Sympathiebonus verschafft ihnen einen möglichen Wettbewerbsvorteil und die Rechnung scheint aufzugehen. Durch Greenwashing-Aktionen können wir uns stärker mit den Produkten identifizieren und belohnen Unternehmen, die scheinbar grüne Erzeugnisse anbieten, indem wir diese bei Kaufentscheidungen über vergleichbare Angebote stellen. So können wir mit gutem Gewissen wie gewohnt konsumieren und verhalten uns ähnlich wie bei einer Bratkartoffeldiät. Wir wissen, dass sie nicht funktioniert, lassen uns aber gern etwas vormachen. 

Mit Greenwashing-Aktionen können Unternehmen außerdem umweltschädliche Herstellungs- und Geschäftspraktiken überspielen oder sogar Akzeptanz für solche Arbeitsweisen schaffen. Ein „grünes“ Image soll von den Schwachstellen ablenken. Auch politische Motive sind keine Seltenheit. Greenwashing soll Meinungsmacher und kritische Konsumenten positiv beeinflussen. Die Unternehmen suggerieren, dass sie bereits dabei sind, Umweltprobleme von sich aus zu lösen, und verpflichtende Regeln somit überflüssig sind. So gelingt es der Wirtschaft immer wieder, selbst Gesetzesvorhaben zu unterlaufen.

5 Tipps, um der Greenwashing Falle zu entgehen

  1. Genau hinsehen: Stimmen Abbildung und Produkt wirklich überein? Oder sind die Eier mit dem Foto der freilaufenden Hühner doch nur aus Bodenhaltung?
  2. Begriffe kritisch hinterfragen: Biologisch ist schließlich alles, was ursprünglich aus natürlichen Stoffen hergestellt wurde, also auch Industriezucker oder Weißmehl aus konventionell angebautem Getreide.
  3. Worthülsen kennen: Worte wie „Regional“, „Bio“ oder „Nachhaltig“ sind leider oft nur leere Floskeln und dürfen frei verwendet werden. Sie garantieren keine bestimmten Qualitätskriterien. „Regional“ kann alles sein, was in Deutschland hergestellt, bearbeitet oder nur verpackt wurde. Besser ist, auf konkrete Regionsangaben wie Rheinland, Uckermark oder Markgräflerland zu achten oder direkt beim Bauern einzukaufen. 
  4. Saisonal einkaufen: Bei Gemüse und Obst solltest du darauf achten, möglichst saisonale Produkte zu kaufen. Das erleichtert auch tatsächlich regionales Obst und Gemüse zu konsumieren und somit lange Transportwege zu vermeiden. 
  5. Siegel und Zertifikate kennen: Sei dir bewusst, dass Hersteller teilweise ausgedachte Siegel und Zertifizierungen auf Produkten angeben, um sie „grüner“ darzustellen, als sie eigentlich sind. Auf einige seriöse Siegel ist jedoch Verlass. Um im Dschungel der Siegel den Überblick zu behalten, kann dir die NABU Siegel-Check App Hilfe leisten. 


Dokumentation „Grüne Versprechen – Wie Verbraucher getäuscht werden“, ZDF Mediathek:
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/gruene-versprechen-wie-verbraucher-getaeuscht-werden-102.html

Siegel-Check-App der NABU:
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/essen-und-trinken/bio-fair-regional/labels/16627.html

Weiterführende Links:
https://thesustainablepeople.com/greenwashing/
https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/darum-ist-greenwashing-ein-problem/
https://nachhaltig-sein.info/corporate-social-responsibility-csr/greenwashing-csr-nachhaltigkeit-kommunikation-marketing-formen-erfolgsfaktoren-checkliste