Baumwollbeutel Lila

Plastikfrei einkaufen – Klimatarier machen es vor

Wäre es nicht ein Traum, wenn wir alle plastikfrei einkaufen gehen würden und vor allem könnten? Selbst wenn man sich das fest vornimmt, ist es gar nicht so einfach, da viele Geschäfte und Produkte mit Unmengen an Plastik arbeiten. Ein interessanter Ansatz, der weit über die Reduzierung von Verpackungen hinausgeht, verfolgen etwa die sogenannten Klimatarier.

Was ist ein Klimatarier & warum kauft er plastikfrei ein?

Veganer essen kein Fleisch und nichts vom Tier, um damit ihren Beitrag zur Verbesserung des Klimas auf unserem Planeten zu leisten. Wie du sicherlich weißt, werden bei der industriellen Herstellung von Fleisch und Milchprodukten sehr viele Ressourcen verbraucht. Doch es gibt auch die sogenannten Klimatarier, die sich nicht unbedingt vegan ernähren, die aber nach diesen fünf Grundprinzipien leben:

1.       Weniger (industriell hergestelltes) Fleisch essen

2.       Lokale und saisonale Produkte kaufen

3.       Produkte konsumieren, die einen geringen CO2-Fußabdruck aufweisen

4.       Verpackungen aller Art verringern

5.       Lebensmittelverschwendung vermeiden

Klimatarier richten, ebenso wie viele Veganer, ihre Ernährungsgewohnheiten auf die Bedürfnisse der Umwelt aus, ohne aber z.B. auf Fleisch komplett verzichten zu müssen. Plastikfrei einkaufen gehört bei ihnen ebenso dazu, wie Verpackungen aller Art zu reduzieren und da wo es möglich ist, gänzlich auf verpackte Waren zu verzichten.

Egal, ob du selbst Klimatisier oder Veganer bist, jeder von uns kann einen Beitrag für unsere Umwelt im Alltag leisten. Auf Plastik möglichst komplett zu verzichten, ist bereits ein guter Anfang. Im folgenden erklären wir dir, welche alternativen Materialien du verwenden kannst.

Welche Materialien sind zum plastikfreien Einkaufen besonders geeignet?

Wenn du plastikfrei einkaufen willst, eignen sich einige Materialien besser als andere. Hier unsere Empfehlungen und Vorschläge: 

Leichte Taschen und Stoffbeutel

Extrem leichte Taschen, zum Beispiel aus Jutestoff, sind besonders langlebig und praktisch. Man kann sie sehr klein zusammenfalten und immer bei sich tragen. Natürlich ist der klassische Stoffbeutel auch immer eine gute und bewährte Wahl.

Bienenwachstücher

Zum Verpacken von Lebensmitteln sind unsere Bienenwachstücher ideal, die du in unserem Shop bestellen kannst. Sie halten bis zu zwei Jahren, sind natürlich hergestellt und können sogar bei leichten Verschleißerscheinungen wieder aufgepeppt werden. 

Langlebigkeit ist das Stichwort

Jede Art einer langlebigen Aufbewahrungsbox ist bestens geeignet. Ob diese am Ende aus Metall, Glas oder Ton besteht, ist dabei nicht ganz so entscheidend – langlebig muss sie sein.

Jute- und Baumwoll-Netze für Obst und Gemüse

Obst- und Gemüsenetze aus Baumwolle oder Jute sind eine gute Alternative zu den üblichen „Hemdchenbeuteln”, die man an der Gemüsetheke im Supermarkt findet. Hab immer einige davon dabei und lege dein Gemüse und Obst sortenrein einfach in den mitgebrachten Netzen auf das Band. Da die Netze praktisch kein Eigengewicht haben, macht sich das auch nicht beim Preis wirklich bemerkbar.

Omas Weidenkorb

Kennst du noch den Einkaufskorb aus Naturweide von der Oma? Diese sieht man leider heutzutage nur noch sehr selten, dabei sind sie ideal zum plastikfreien Einkaufen geeignet.

Übrigens: Papier- und Bio-Kunststoffbeutel sind zwar gut gemeint, aber keine wirklich guten Alternativen, da sie nicht lange verwendet werden können. Und wenn Du doch mal einen Einwegbeutel irgendwo bekommst, dann verwende ihn zumindest so lange es geht. So ist er wenigstens nicht ganz so sinnlos. 

Background zum Thema Plastikfrei einkaufen

Wir wollen euch aber nicht nur konkrete, praktische Tipps geben, sondern auch gerne einige Hintergründe zum Thema „Plastikfrei einkaufen” vermitteln.

Wie viel Plastikmüll produzieren wir jedes Jahr und was passiert damit?

Die Zahlen zu Plastikmüll sind erschreckend und alarmierend. Pro Kopf und Jahr verwendet wir 29 Tüten und das gerade einmal 25 Minuten pro Tüte lang. Das macht am Ende rund 2,5 Milliarden Plastiktüten pro Jahr, alleine in Deutschland. 

Die Gesamtmenge an Plastikmüll hat sich in den vergangenen 25 Jahren auf knapp 7 Millionen Tonnen pro Jahr mehr als verdoppelt. (Quelle: BUND) Nur 20% des Plastikmülls wird derzeit wiederverwendet. Der Rest liegt auf Müllhalden und verseucht unsere Meere. 

Apropos Plastikmüll in den Weltmeeren: Laut WWF landet in jeder Minute eine Lastwagenladung Plastikmüll in unseren Weltmeeren. Das summiert sich auf über 10 Millionen Tonnen jedes Jahr. 

Was ist Zero Waste?

Evolution ist in der Natur etwas vollkommen Normales und vor allem sehr wichtiges, unter dem Motto: Nur, wer sich perfekt anpasst, überlebt. Zero Waste ist sozusagen die evolutionsbedingte Weiterentwicklung verschiedener älterer Umweltkonzepte. Vor 50 Jahren kümmerte sich niemand um das Thema „Müll und Umwelt!”, dann wurde nach und nach Recycling das Thema Nr. 1. 

Seit einigen Jahren ist es das Upcycling – also das Wiederverwenden von Produkten in einem anderen Zusammenhang. Beispiel: Aus alten Dosen wurden Möbel gebaut oder aus Plastikflaschen Lampen. Nun ist die nächste Evolutionsstufe eingeleitet: Zero Waste. 

Bei Zero Waste (Null Abfall) geht es darum, erst gar keinen Müll entstehen zu lassen, den man recyclen oder upcyclen muss. …das wir da noch nicht früher drauf gekommen sind! Die Grundpfeiler von Zero Waste werden auch als die fünf R’s bezeichnet:

  •          Refuse (ablehnen): Verpackungen im Geschäft verneinen
  •          Reduce (reduzieren): Übermäßigen Besitz eindämmen
  •          Reuse (wiederverwenden, reparieren): Produkte jeder Art mehrfach nutzen
  •          Recycle (recyceln): Was geht, in den Kreislauf zurückführen
  •          Rot (kompostieren): Den größtmöglichen Rest auf dem Kompost entsorgen

Natürlich ist das ein sehr mutiges Ziel und derzeit können wir nur hier und da anfangen, weniger Müll zu produzieren. Aber wie bei so vielem im Leben: Wenn man sich keine Ziele setzt, weiß man auch nicht, wo man langlaufen soll. Sehr empfehlen können wir einen Artikel des Zukunftsinstitut zum Thema Zero Waste. 

Welche Ansätze & Lösungen gibt es mittlerweile, die Mut machen?

Insbesondere beim Thema „Plastikfrei einkaufen” hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Immer mehr Geschäfte und Konzepte ermöglichen einen (fast) verpackungsfreien oder zumindest -reduzierten Einkauf. Darunter sind einige, die sogar noch einen Schritt weiter gehen und ausschließlich regionale und/oder Bio-Produkte anbieten. Ein Paradies, nicht nur für Klimatarier. 

Bereits viele Großhändler (Zulieferer der Gastronomie) beliefern ihre Kunden ausschließlich in wiederverwendbaren Verpackungen. Derzeit wird auch ein modulares Smartphone entwickelt, bei dem man einzelne Komponenten bei Defekt leicht austauschen kann, ohne gleich das ganze Handy entsorgen zu müssen. Viele weitere Aktionen, Initiativen, Ideen und Projekte werden in den nächsten Jahren das Müllaufkommen drastisch reduzieren. Die EU hat bereits 2021 Strohhalme und andere Plastikartikel verboten, das Bundesumweltministerium hat eine Verschärfung des Verpackungsgesetzes angekündigt, viele Städte (darunter Kiel und Köln) wollen zu Zero-Waste-Städten werden und die Berliner Initiative „Alles im Fluss” kämpft für müllfreie Wasserstraßen. Das Bundesumweltministerium gibt zudem viele Tipps zur Vermeidung von Plastikmüll. Der Kampf gegen Müllverschwendung ist jedenfalls eröffnet und es wird an vielen Fronten gekämpft. 

Wie könnte die plastikfreie Welt von Morgen aussehen?

Es gibt einige, sehr mutmachende Beispiele. Eine amerikanische Sandwich-Kette hat es geschafft, ihren Müll auf 30 Liter im Jahr zu reduzieren. So viel entstehen in einem klassischen Fast-Food Restaurant in der Stunde. Einige Familien machen zudem vor, wie man in einem Jahr lediglich die Menge Müll produziert, die in ein Einmachglas passt. Unverpackt Läden sprießen derzeit ebenfalls wie Pilze aus dem Boden und werden den Markt langfristig revolutionieren.  

Wir könnten so in Zukunft sicherlich fast plastikfrei leben, einkaufen und alles weitestgehend wiederverwenden. Wünschenswert wäre eine insgesamt reduzierte Lebensweise, bei der man überflüssigen Ballast abwirft (nicht wegwirft!), sowie es Gebrauchtwaren- und Tauschbörsen und Repair Cafés vormachen. Hier treffen sich Menschen mit defekten Gegenständen und Geräten und helfen sich gegenseitig bei der Reparatur. Wunderbare Aussichten! …finden du nicht auch? 

Was sagt das neue UN-Plastikabkommen?

Anfang März 2022 haben die Mitgliedsländer der UN (also der Vereinten Nationen) eine gemeinsame Strategie zur Vermeidung von Plastikmüll verabschiedet. Bis 2024 soll diese nun in ein rechtlich bindendes Abkommen umgewandelt werden.  

Es geht darum, den gesamten Lifecycle von Plastik zu hinterfragen und Plastikmüll zu reduzieren – von der Produktion, über den Gebrauch bis hin zur Entsorgung – und jeweils Höchstgrenzen festzulegen. 

Leitungswasser trinken ist vollkommen verpackungsfrei

Die Leitungswasserqualität in Deutschland ist ausgezeichnet. Das Umweltbundesamt sagt dazu: „Trinkwasser zählt in Deutschland zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Das Trinken von Leitungswasser erzeugt weniger als ein Prozent der Umweltbelastungen von Mineralwasser.” Wenn ihr Leitungswasser trinkt, entsteht wirklich Zero Waste und auch das Schleppen von Wasserflaschen gehört der Vergangenheit an. 

Tipps zur Suche verpackungsschonender Geschäfte 

Es gibt immer mehr Geschäfte, die einen verpackungsschonenden Einkauf ermöglichen. Hierzu gehören sowohl Ladenlokale, als auch Onlinehändler. Am besten du googelst die Geschäfte und Möglichkeiten in deiner Stadt und kannst so deinen Beitrag zu einer plastikfreien Welt leisten. Wir, deine aktuellen Mitmenschen, folgende Generationen und der Planet werden es dir danken. 

In unserem Onlineshop findest du sicher einige interessante Produkte, die auch dir helfen können, verpackungsärmer zu leben und plastikfrei einzukaufen, wie zum Beispiel unsere Bienenwachstücher, Lunchbags und kleine Stoffbeutel. Sieh dich am besten direkt um und entdecke unsere plastikfreien Verpackungsalternativen!