Topfntersetzer Mood

Der neue, schöne Topfuntersetzer

Zugegeben, bisher hatte ich noch nicht den Wunsch, mir einen Topfuntersetzer zu kaufen, sondern ein einfaches Holzbrett benutzt. Nun gibt es diese neuen designy Untersetzer und ich kann nicht widerstehen. Es gibt sie in zwei Größen, für Töpfe, Schalen und Auflaufformen. Und wenn gerade kein Topf darauf steht, zieht das dekorative Objekt meine Hände magisch an. Ich möchte mit den Fingern darüberstreichen, der Form nachgehen, das feine Holz spüren. Ich überlege, was man sonst noch damit machen könnte, vielleicht ein Mobile fertigen? Mobiles sind, wie Topfuntersetzer, Relikte aus früherer Zeit, als man noch täglich selber kochte und nicht ständig aufs Handy, sondern auch mal nach oben geschaut hat. Na ja, vorbei.

Der Entwurf für die feinen Untersetzer stammt von Sven Deutloff und Clemens Haufe. Die beiden Freunde gründeten nach ihrem Studium 2007 das Designbüro WESTOSTERON für Interior- und Produktdesign in Dresden. Mit ihnen habe ich über Design und natürlich den „must-have Topfuntersetzter“ gesprochen, der jetzt von uns – TOFF & ZÜRPEL® Manufaktur – produziert und verkauft wird.


Interview mit Sven Deutloff und Clemens Haufe



Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit bei Euren Entwürfen?

S & C: Nachhaltigkeit bedeutet für uns, dass ein Produkt lange hält. Nicht nur das Material soll langlebig sein, auch das Design soll sich optisch nicht abnutzen, sondern möglichst lange guttun. Dieser Anspruch widerspricht dem derzeit üblichen Konsumverhalten. Viele Dinge werden nur noch für eine Saison produziert. Aber diese Form der Nachhaltigkeit ist sozusagen unser Credo.

An welchen Gestaltungselementen sieht man sich denn schnell satt? 

S & C: Wenn ein Gegenstand sehr viele dekorative Elemente enthält, eher modisch ist, auffallen soll, sieht man sich daran eher satt. Wenn eine Sache weder sorgfältig hergestellt wurde noch innovativ ist, wird man ihrer schnell überdrüssig. Wir glauben, dass es uns Menschen guttut, wenn die Dinge, die uns umgeben, so schön und funktional sind, dass man nicht ständig etwas Neues braucht. Dieser ganze schnelllebige Konsum befriedigt kurzzeitig, hat aber nichts mit einer Grundzufriedenheit zu tun, die durch gutes Design entstehen kann. Kitsch ist für uns ein rotes Tuch!

Gutes Design ist also, wenn man lange Freude an etwas hat?

S & C: Ja, das könnte man so sagen. Natürliche Formen und Proportionen finden wir Menschen schön. So passt etwa der Kopf acht Mal in die Körpergröße hinein. Das empfinden wir als stimmig. Wir glauben, dass in jedem Menschen ein natürliches Formbewusstsein angelegt ist. Als Designer trainiert man dieses Gespür. 

Auch natürliche Materialien wie Holz, Stein oder Metall sind ansprechend. Wir entwickeln Produkte gern aus dem Material heraus, überlegen, wozu eignet sich dieser Stoff, was steckt in ihm drin? Genau das schätzen wir an dem Label von Marie & Markus, dass die Struktur und die Eigenschaften der verarbeiteten Materialien in den Vordergrund gerückt werden, nichts wird kaschiert, um es zu „verschönern“. Diese Natürlichkeit verbindet uns.

In unserem Blogbeitrag „Schlicht genial. Was ist gutes Design?” findest Du noch mehr dazu.

Was verbindet Euch sonst noch mit Toff & Zürpel, also mit Marie und Markus? 

S & C: Wir sind schon sehr lange befreundet und hatten die Idee, mal ein Produkt gemeinsam zu entwickeln. Den Topfuntersetzter hatten Sven und ich zwar schon vor einigen Jahren entworfen, aber nur als Prototyp, also als Muster. Marie & Markus fanden das Objekt sehr attraktiv und wir haben gemeinsam überlegt, wie sich das in Serie produzieren ließe. Das war eine Herausforderung, denn die Herstellung größerer Stückzahlen muss ja effizient und ökonomisch sinnvoll sein, ohne dass die Qualität leidet. Daher haben wir gemeinsam die Pressvorrichtung entwickelt, mit der sich der Untersetzer nun seriell produzieren lässt.

Wie würdet Ihr den Topfuntersetzter jemandem beschreiben?

S & C: Als wir den Topfuntersetzer entworfen haben, haben wir uns gerade mit dem Thema Schichtholz auseinandergesetzt. Schichtholz ist einerseits sehr dünn und daher ressourcenschonend. Andererseits ist es belastbar durch die Verleimung. Daher wird es gern im Leichtbau eingesetzt und sogar Flugzeuge damit gebaut. Das Besondere am Schichtholz ist, dass man es im wahrsten Sinne des Wortes „spannend“ verleimen kann. So entstand die Form des Topfuntersetzers. Wir haben verschiede Proportionen und Stärken ausprobiert, bis wir mit der Ästhetik zufrieden waren und natürlich auch die Grenze getestet, ab welcher Spannung die Form zu brechen droht. Herausgekommen ist ein Gegenstand, der ebenso elegant wie funktional ist und den man einfach gern berührt.

Drei Dinge, die Euch derzeit wichtig sind?

S & C: Frieden, Frieden, Frieden. Wir wünschen uns, dass die Menschen sich wieder darauf besinnen, sich gegenseitig gutzutun und friedlich miteinander leben. Bei diesem Thema sind unsere Gedanken gerade sehr oft.


Eure